Typen von Surfsegeln

"Welches Windsurf Segel ist ideal für mich?" Diese Frage zu beantworten grenzt für den Otto-Normal-Windsurfer heute angesichts uneinheitlicher Klassifizierungen der Segelhersteller sowie an eine ständig zunehmende Ausdifferenzierung von Segeltypen schon fast an eine Überforderung. Vermutlich hat diese überwältigende Vielfalt auch Marketing-technische Gründe: Jeder Segel Brand möchte sich mit seinem Angebot deutlich von der Konkurrenz abheben und schafft daher immer neue Segeltypen, die sich mit bestehenden überschneiden. Grundsätzlich hat aber folgende Grobeinteilung sicherlich an Gültigkeit nicht verloren:

Wave Segel
Crossover Segel
Freeride Segel
Slalom & Race Segel
Kindersegel


Wave Segel
Diese Oberkategorie von Windsurf Segeln zeichnet sich dadurch aus, dass die Surfsegel überdurchschnittlich verstärkt sind, um dem einen oder anderen Waschgang in der Welle Stand zu halten. Hier werden Polyester- oder Carbonfasern gitternetzförmig in den Monofilm einlaminiert, die höheren Beanspruchungen Stand halten. Das erhöht das Segelgewicht geringfügig. In Bezug auf den Schnitt sind die Wave Segel schmal und hoch geschnitten, um auch im Wellental noch im oberen Bereich des Segels genug Wind "einzufangen" und den nötigen kontinuierlichen Vortrieb sicherzustellen. Dafür sind die Wave Surfsegel bei gleicher Segelfläche schmaler als Freeride Segel geschnitten, was das Handling verbessert und Manoever und Tricks vereinfacht. Da Wave Segel häufig bei starkem Wind zum Einsatz kommen, reicht ein flaches Segelprofil für den passenden Vortrieb. Aus diesem Grund kommen Wave Segel tendenziell auch mit weniger Latten aus (Gewichtsreduzierung) und besitzen eine schmalere Masttasche, die zwar das Einfädeln des Masten erschwert, dafür aber beim Wasserstart und bei Manövern für ein leichtes Segelgefühl sorgen. Sideshore-Wave Segel
Dieser Segeltyp ist für extremste Bedingungen konzipiert: Bei mittlerem Wind bis zu starkem Sturm mit Wellenhöhen über 10m bleibt dieses Wave-Segel durch seine Vortriebsschwäche kontrollierbar. Hier ist auch der Vortrieb, den die Welle leistet, von großer Bedeutung. In diesen rauen Bedingungen ist die Materialbelastung groß, so dass Side Shore Wave Segel häufig sehr robust gebaut und damit auch etwas schwerer sind. Sie sind sehr hoch geschnitten und gehen weniger in die Breite.

Onshore-Wave Segel
Hierbei handelt es sich um ein vortriebsstarkes Wave Segel (daher auch die alternative Bezeichnung Powerwave Segel) für die gemäßigteren Wave Bedingungen wie man sie in europäischen Gefilden häufig findet: Bei mittlerem bis starkem Wind und Wellen bis 2 Metern, wie man sie an Nord- und Ostsee oder auch an manchen Atlantik-Spots in Südeuropa findet, ist das Onshore Wave Windsurfsegel eine gute Wahl. Dieser Surfsegel-Typ ist unter den Wave Segeln dasjenige mit dem tiefsten Profil und dem längsten Boom.

Allround Wave Segel für die Welle
Hierbei versuchen die Segelhersteller, ein Wave Segel zu konzipieren, das gleichermaßen für Sideshore als auch für Onshore Bedingungen geeignet ist. Wie die Bezeichnung schon impliziert, ist das Allround Wave ein universelles Wave Segel mit einem großen Einsatzbereich. Es empfiehlt sich also für Surfer, die zwar bei Sideshore und Onshore Bedingungen unterwegs sind, jedoch nicht zwei Modellpaletten parallel erwerben möchten.

Freestyle-Wave Segel
Mal als spezielles Wave Segel, mal als eigenständige Kategorie geführt: Die Freestyle, Freemove und Freestyle-Wave Segel. In der Tat gibt es hier fließende Übergänge zwischen Crossover und Wave Segeln. Diese Segelkategorie ist recht stabil gebaut, jedoch nicht so sehr verstärkt wie dei Wave Segel, denn für das Tricksen und Freestylen wird auch Wert auf ein geringes Gewicht gelegt. Die Freestyle Segel werden teils auch für Easy Surfing als Jugend- und Damensegel gerne gewählt.

Pros & Cons von Wave Segeln
  • Ideal für Onshore, Sideshore und Down the Line Wave Surfing
  • Schön flaches Segel, das sich leicht anfühlt
  • Leicht aufzubauen und hervorragendes Handling
  • Extrem robust und langlebig durch großzügige Monofilm-Verstärkungen
  • Geringere Endgeschwindigkeit, schwerfälligeres Angleiten
  • Bei gleicher Monofilmdicke häufig schwerer als Freeride Segel
  • Durch geringere Stückzahlen in Europa und durch kostspielige Verstärkungen recht hochpreisig
Crossover Segel
Crossover Segel sind ein Sammelbegriff für Segeltypen, die zwischen reinen Wave und reinen Freeride Segeln angesiedelt werden. Manche Segelhersteller verstehen hierunter Segel, die sowohl für das Heizen auf Flachwasser mit flacherem Segelprofil als auch für Freestylen einsetzbar sind. Auch Einflüsse von Bump & Jump Windsurfsegeln findet man in der Entwicklung der Crossover Segel wieder. Andere Hersteller setzen die Crossover Segel mit Freestyle-Wave Segeln gleich. Ein weiteres Beispiel für die begrifflichen Uneindeutigkeiten, die die Surfbranche sich leistet.

Pros & Cons von Crossover Segeln
  • Sehr großer Einsatzbereich von kleiner Welle bis Flachwasser-Freeriden
  • Leicht aufzubauen, gute Manövereigenschaften und auch für Freestyle-Zwecke gut einsetzbar
  • Als Allround-Segel häufig ein Bestseller, der dadurch zu günstigeren Preisen angeboten werden kann
  • Vereint das komfortable Handling eines Wave Segels bei der Leistung eines Freeride Segels.
  • Bei fast allen Bedingungen nur eine Kompromisslösung
Freeride Segel
Im Vergleich zu den Wave Segeln gehen Surfsegel dieser Oberkategorie eher in die Breite als in die Höhe, so dass man bei identischer Segelfläche einen kürzeren Masten fahren kann. Um das vergleichsweise tiefere Profil von Freeridesegeln zu sichern, sind mehr Segellatten erforderlich. So werden die Segel bauchiger und wirken kraftvoller. Easy Surfing
Wie bereits erwähnt sind die Übergänge zwischen den Segeltypen fließend. So lassen sich die Easy Surfing Segel ebenso den flacheren Freeride Segeln wie den Crossover Segeln zuordnen. Wie die Bezeichnung schon suggeriert, wird bei der Entwicklung der Schwerpunkt darauf gelegt, Ein- und Aufsteiger sowie Hobby- und Gelegenheitssurfer schnell und einfach auf das Wasser und ans Gleiten zu bringen. Auf aufwändige Segeltrimm-Technik wird zu Gunsten des einfachen Aufriggens und des Komforts verzichtet. Ebenso sind die Masttasche schmal und der Gabelbaum kurz gehalten, um das Segelgewicht auch beim Schot- und Beachstart gering zu halten und das Handling zu optimieren.

Allround Segel
Hierunter versteht man Segel, die für einen breiten Einsatzbereich in Frage kommen. Bei den meisten Herstellern sind dies Mischformen aus Easy Surfing Segeln, Crossover Segeln und No-Cam Freeride Segeln. Diese Segel können von kleiner Welle bis hin zu Flachwasser sinnvoll eingesetzt werden und bieten somit einen Benefit für kostenbewusste Surfer-Familien mit mehreren Windsurfern, die auch häufig an unterschiedlichen Spots mit unterschiedlichen Bedingungen surfen. Sie gleiten schnell an und bieten eine durchschnittliche Performance in vielen Einsatzbereichen.

Freeride Cam Segel
Besonders an böigen Flachwasser-Spots werden sie geschätzt, die Freeride Segel mit Cambern, die auf dem Wasser jederzeit für das perfekte Segelprofil sorgen. Während die meisten camberlosen Segel erst durch den Winddruck ihr optimales Segelprofil aufbauen, erhalten Camber das Profil dauerhaft. Das macht die Cambersegel zu sehr guten Durchgleitern in Windlöchern. Ebenfalls erreicht man höhere Endgeschwindigkeiten. Nachteilig sind im Vergleich zu camberlosen Segeln jedoch die Angleiteigenschaften: Hier ist häufig ein Anpumpen sinnvoll. Durch die größere Starrheit ist auch die Lattenrotation etwas eingeschränkt. Camber-Segel sind daher für Ein- und Aufsteiger eher nicht zu empfehlen.

Freespeed Surfsegel & Freerace Segel
Diese Surfsegel-Kategorie umfasst alle Segel, die zwar konstruktions- und ausstattungstechnisch dem Freeride Bereich zugeordnet werden, jedoch besonders auf Geschwindigkeit zugeschnitten sind. Lange Gabelbäume, viele Latten sind kennzeichnend. Auch ein tief heruntergezogenes Unterliek ist kennzeichnend, mit dem man auf Flachwasser auch die letzten Lüftchen einfangen kann. Häufig haben diese Segel auch einen Cutout für den Gabelbaum, so dass das Achterliek insgesamt über das Gabelbaumende hinausragt. Das verkürzt die Gabelbaum-Länge, ohne dass die Segelfläche kleiner wird. Ein verbessertes Handling ist das Ergebnis, aber auch eine schlechtere Hebelwirkung beim Dichtholen. Die Freerace Segel sind in Bezug auf die beschriebenen Merkmale noch eine Spur krasser und sind häufig mit Cambern ausgestattet. Dabei führt ein tieferes Profil für bessere Angleiteigenschaften, ein flacheres Profil zu höheren Endgeschwindigkeiten. Bei Leichtwind sollte der Windsurfer also sein Segel etwas bauchiger fahren, bei stärkerem Wind flacher ziehen.

Pros & Cons von Freeride Segeln
  • Mehr Leistung und mehr Angleitstärke als bei Wave Segeln
  • Geringes Segelgewicht durch Verzicht auf überflüssige Verstärkungen
  • Gute Kontrollierbarkeit
  • Ideales Segel für die meisten europäischen Flachwasser-Spots und Kabbelwasser (Ostsee, Seen, Flachwasser, ...)
  • Wirken je nach Trimm durch ein tieferes Profil etwas schwerfälliger als Crossover oder Wave Segel
  • Etwas aufwändiger im Handling als ein Wave Segel



Race & Slalom-Race Segel
Diese Rennmaschinen sehen häufig aus, als hätte man den Achterliek-Trimm vergessen. Die Charakteristika des Freerace Segels überzeichnet liefern ein Race Segel, das für Regatten und maximale Geschwindigkeit ausgelegt ist. Diese Segel empfehlen sich nur für echte Profi-Surfer oder kräftige Amateur-Regattasurfer.

Pros & Cons von Slalom und Race Segeln
  • Gleiten durch ihr stabiles tiefes Segelprofil extrem gut an und durch (besonders mit Cambern
  • Hervorragende Kontrollierbarkeit
  • Hoher Funfaktor für Speed-Junkies
  • Fühlen sich sehr schwer an
  • Wenig wendig, weitgehend ungeeignet für Manöver
  • Schwer aufzubauen, insbesondere mit Cambern
Kindersegel / Kinderrigg
Die Erwachsenensegel sind mit SDM Masten und selbst mit RDM Surfmasten, mit zu langen 29 mm Holmdurchmesser Gabeln und mit anderen Erwachsenen-Riggkomponenten häufig sehr schwer für Kinder und Jugendliche. Bessere Lernfortschritte im Windsurfen und weniger Frustrationen erleben Kinder und Jugendliche mit speziellen Kinderriggs und Jugendriggs, die je nach Budget und Präferenz entweder mit einem leichten Epoxy- Juniormast oder mit einem Alumasten mit Druckknopf-Längenverstellung ausgestattet sind. Dazu gibt es kürzere Gabelbäume mit 26 mm Holmdurchmesser, durch die man eine deutliche Gewichtseinsparung erzielt. Beim Kindersegel verzichten die meisten Hersteller auf eine große Zahl an Segellatten, auf aufwändige Monofilm-Verstärkungen und weitere Ausstattungsdetails. Das Ergebnis: Ein sehr leichtes und kindergerechtes Kinderrigg mit sehr guten Handling-Eigenschaften. So sind schnelle Fortschritte garantiert.

Pros & Cons von Kinderriggs
  • Leichte Rigg-Komponenten
  • Nicht einfach ein kleines Segel, sondern extra auf Kinder abgestimmt: Dünner Gabelbaum-Holm, dünner leichter Junior Mast
  • Ermöglichen schnelle Fortschritte
  • Hohe Wertstabilität und damit hoher Wiederverkaufswert
  • Kinder wachsen mit ihren Fortschritten schnell aus dem Kinderrigg heraus
  • Geringes Gewicht und Abstimmung auf Kinder gehen zu Lasten der Performance. Teils nur sehr eingeschränkte Trimmbarkeit





Segelgrößen & Rigg Zubehör

Auf die Details und Extras kommt es beim Surfsegel an. Wir erklären die gängigsten Sail Features:

Welcher Mast passt am besten zu meinem Segel?
Masten gibt es wie Sand am Meer, und auch wenn die Längen mittlerweile standardisiert sind und in 30-cm-Längenabstufungen auf den Markt kommen (340, 370, 400, 430, 460, 490, 520, 550, 580 cm), und auch wenn jede Mastlänge in der Härte (IMCS) standardisiert ist, heißt das immer noch nicht, dass jeder Mast, der in Länge und Härte passt, auch in dem Segel wirklich funktioniert. Das liegt daran, dass der IMCS-Wert nur angibt, wie stark sich ein Mast nach unten durchbiegt, wenn man mittig ein 30-kg-Gewicht anhängt. Dies sagt jedoch nichts darüber aus, wie sich die Gesamtbiegung auf Mastbase und Mast Top verteilt. Zur weiteren Annäherung an den idealen Masten gibt es die drei Biegekurven-Standards: Bei einem Flex Top Masten biegt sich die Base weniger als normal, dafür ist aber das Oberteil des Masts deutlich weicher und biegt sich stärker durch. Bei Constant Curve Masten (Marktstandard) biegt sich zwar auch das Top stärker als die Base, aber nicht so stark wie beim Flex Top. Der dritte Standard, der Hard Top Mast, ist mit einem Mast-Oberteil ausgestattet, das sich weniger stark biegt als bei den beiden anderen.
Es ist logisch, dass der Schnitt der Masttasche des Segels, aber auch das komplette Segeldesign sich an einer bestimmten Biegecharakteristik des Masten orientiert. Wegen der zahllosen unterschiedlichen Masten und der sich ändernden Biegekurven ist daher die beste Empfehlung, den Masten des Segelherstellers zuzukaufen, um die maximale Performance aus seinem Surfsegel zu holen. Da größtenteils die Masthersteller keine Mastdaten bzw. keine 100% korrekten Mastdaten angeben, sollte man sich beim Kauf eines alternativen Masten immer über die tatsächlichen Biegecharakteristika informieren. Dazu empfehlen wir diese Datenbank mit Biegecharakteristika von Masten, in der nur tatsächlich nachgemessene Biegekurven gesammelt wurden: http://www.peterman.dk/masts-all-imcs01.htm

Luff, Boom, Mast - was sollen diese Angaben auf meinem Segel bedeuten?
Die Angabe Luff gibt die benötigte Gesamtlänge des Masten (Mast + Verlängerung) wieder, während die Angabe Mast die standardisierte Mastlänge mit seiner entsprechenden Härte (IMCS) meint. Aus der Formel Luff - Mast ergibt sich die erforderliche Einstellung für die Mastverlängerung - bzw. bei negativen Werten die Einstellung zur Verlängerung des Vario-Tops.
Boom hingegen gibt an, auf welche Länge man den Gabelbaum einstellen soll.
Grundsätzlich ist meine Erfahrung, dass diese Angaben in den seltensten Fällen verlässlich sind und es sich nur um Richtwerte handelt. Je nach Windverhältnissen und Segeltrimm kann es zu Abweichungen von bis zu 5 cm kommen. Aus diesem Grund, aber auch aus dem, dass man aus Stabilitätsgründen Gabelbaum und Mastverlängerung möglichst nicht auf maximale Länge ausziehen sollte, sollte man die Zubehörkomponenten zu seinem Windsurf Segel nicht centimeter-genau auswählen.



Ausstattungsdetails im Vergleich

Auf die Details und Extras kommt es beim Surfsegel an. Wir erklären die gängigsten Sail Features:

Verstärkter Monofilm
Der Monofilm ist gitternetzmäßig durchzogen mit Stabilität gebenden Fasern. Hier kommen in der Regel gedrehte Polyesterfasern zum Einsatz, gelegentlich im High-End-Segment auch Carbonfasern. Diese Fasern werden in den Monofilm einlaminiert. Verschiedene Produktionstechniken haben sich hier durchgesetzt, und die Segelhersteller bringen ähnliche Produktions- und Verarbeitungstechniken mit unterschiedlichen geschützten Bezeichnungen auf den Markt. Die Verstärkungen sind auf dem Markt bekannt unter den Bezeichnungen X-Ply, Spectra X-Film und mehr. Bei gleicher Monofilm-Dicke führt der Einsatz der Verstärkungen zu einer Erhöhung des Segelgewichts.
Unsere Bewertung:
  • Massive Erhöhung der Robustheit und Lebensdauer
  • Geringfügige Gewichtssteigerung bei gleicher Monofilmdicke


Gabelbaum Cutout / Gabelbaumverkürzung
Der Monofilm ist gitternetzmäßig durchzogen mit Stabilität gebenden Fasern. Hier kommen in der Regel gedrehte Polyesterfasern zum Einsatz, gelegentlich im High-End-Segment auch Carbonfasern. Diese Fasern werden in den Monofilm einlaminiert. Verschiedene Produktionstechniken haben sich hier durchgesetzt, und die Segelhersteller bringen ähnliche Produktions- und Verarbeitungstechniken mit unterschiedlichen geschützten Bezeichnungen auf den Markt. Die Verstärkungen sind auf dem Markt bekannt unter den Bezeichnungen X-Ply, Spectra X-Film und mehr. Bei gleicher Monofilm-Dicke führt der Einsatz der Verstärkungen zu einer Erhöhung des Segelgewichts.
Unsere Bewertung:
  • Gerade bei größeren Segeln: Erhöhte Gabelbaum-Steifigkeit durch kürzeren Gabelbaum
  • Schlechterer Hebel beim Dichtholen, "Weicheres" Segel


PVC-Lining am Vorliek
Das Vorliek ist eine mechanisch besonders belasteter Teil eines Surfsegels. So kann es beispielsweise beim Schotstart oder Wasserstart über das Board-Deck schleifen, was insbesondere bei rauen Boards mit Antirutschlack Schäden hervorrufen kann. Die Einfassung des Vorlieks mit einem PCV-Schutz verhindert diese Art von Schäden effektiv.
Unsere Bewertung:
  • Deutlich langlebigeres Vorliek


Camber
Ein Camber ist eine Plastikmanschette, die an der Mastseite auf eine Segellatte aufgesetzt ist und in der Masttasche des Segels verborgen ist. Dieser Camber drückt sich im aufgeriggten Segel gegen den Masten und hält damit die Segellatte auf Spannung und wölbt diese in eine Richtung. Dadurch entsteht ein deutlich tieferes Segelprofil, was die Angleiteigenschaften des Segels deutlich verbessert.
Unsere Bewertung:
  • Tieferes Profil und bauchigeres Segel führen zu mehr Angleitstärke
  • Schwieriger aufzuriggen
  • Lattenrotation eingeschränkter, so dass das Segel schlechter umschlägt


Vinyl-Fenster
Vinyl ist ein extrem haltbares und dehnbares Material, das nur sehr schwer zu zerreißen oder zu durchstechen ist. Zwar ist es schwerer als Monofilm, aber dafür bietet es bei Stürzen mit dem Trapezhaken in das Segel eine geringere Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung als bei Monofilm-Fenstern. Darüber hinaus bietet Vinyl die Vorteile im Vergleich zum Monofilm, dass es nicht dauerhaft knickt oder bricht, und dass es nicht milchig oder trüb wird.
Unsere Bewertung:
  • Minimierung des Schadensrisikos durch Fall in das Segel
  • Geringfügige Gewichtssteigerung


Integrierter Mastprotektor
Dieses Surfsegel-Feature hat sich unter den meisten Segelherstellern durchgesetzt. Es schützt sowohl die Mast Base als auch das Board, denn gerade bei Schot- und Wasserstart kann das Unterteil des Masten durch Ausrichtung des Segels leiden oder aber auch das Board selbst verkratzen. Vor allem kann jedoch ein ungepolsterter Mast auch bei Stürzen richtige Einschlagspuren auf dem Board hinterlassen. Das geringe Mehr an Gewicht ist auf jeden Fall akzeptabel für den großen Schutz den der Mastprotector bietet. Sehr preiswerte Segel verzichten dennoch auf dieses Feature, bei anderen Segelmodellen ist ein abnehmbarer Mast Schoner gegen Aufpreis erhältlich, der sich an das Segel ankletten oder anclippen lässt.
Unsere Bewertung:
  • Schutz von Board, Mast und Surfer


Segeltop & Vario-Top
Das Segel-Top ist mit einem längenverstellbaren Gurt mit einer Kappe ausgestattet. So ist man beim Aufbau des Riggs flexibler und kann beispielsweise einen längeren Windsurfmasten verwenden als vorgesehen, den man oben aus dem Segeltop herausragen lässt. Im Idealfall ist die Mast Spitze bzw. das Mast Top auch mit Kunstleder oder einem speziell geformten Schoner verstärkt, der Beschädigungen am Segeltop beim Auf- und Abriggen vorbeugt.
Unsere Bewertung:
  • Verstärkungen am Masttop sind echte Lebensverlängerer für Segel
  • Vario-Top bietet große Flexibilität beim Masteinsatz
  • Vario-Top verleitet dazu, längere Masten als vorgesehen in dem Surfsegel zu verwenden, was dazu führt, dass der Mast zu hart ist und das Segel nicht ausreichend twistet und die Lattenrotation eingeschränkt wird


Visuelle Trimmhilfen
Die Segelhersteller warten mit Hilfen für den Windsurfer auf, die ihm das optimale Aufriggen des Riggs erleichtern sollen. Die Systeme zeigen die optimale Länge der Mastverlängerung an (z.B. Calibrated Downhaul System), die optimale Vorliekspannung (z.B. Visual Trim System (VTS) oder Trim Visuals) und damit den optimalen Twist des Segeltops an. Andere Systeme zeigen den optimalen Gabelbaum-Trimm oder die optimale Trapeztampen-Position an. Die Systeme funktionieren je nach Hersteller unterschiedlich und sind in der Regel selbsterklärend, daher verzichten wir hier auf eine ausführliche Darstellung der unterschiedlichen Systeme.
Unsere Bewertung:
  • Extrem hilfreich für wenig erfahrene Windsurfer


Anzahl der Achterliek-Ösen
Mit mehreren Ösen für das Einspannen des Segels am Gabelbaum-Endstück bieten sich zusätzliche Feintuning-Optionen: Die Wahl einer höheren Öse ermöglicht eine bessere Kontrolle des Riggs, während eine tiefere Öse höhere Geschwindigkeiten ermöglicht.
Unsere Bewertung:
  • Mehr Tuning-Optionen und damit ein größerer Einsatzbereich


Mini-Batten / Minilatten
Hierbei handelt es sich um kleine fest eingenähte Extralatten zwischen den Hauptlatten des Segels, die die Funktion haben, ein Flattern des Lieks zu verhindern. Die Minibatten geben Achterliek des Surfsegels eine zusätzliche Stabilität.
Unsere Bewertung:
  • Weniger Liekflattern
  • Geringfügige Gewichtssteigerung


Nahtqualität: Zickzack, doppelt, dreifach
Doppelte oder sogar dreifache Zicksacknähte reduzieren die Dehnbarkeit des Segelmaterials und erhöhen die Reißfestigkeit. Diese beiden Eigenschaften sind besonders wünschenswert in Bereichen des Segels, die besonders belastet sind und daher tendenziell zum Reißen neigen.
Unsere Bewertung:
  • Massive Erhöhung der Robustheit und Lebensdauer


Segellatten & Lattenschutz
Bei diesem Feature galt bisher immer: Je mehr Latten, desto stabiler das Segelprofil, aber auch desto schwerer das Segel. Hier fand demnach immer eine Abwägung zwischen Komfort und Performance statt, wobei kleinere Segel tendenziell auch weniger Latten benötigten, um vernünftig zu "stehen". Während Wave Segel häufig mit 5 Latten auskamen, konnte sich die Lattenzahl im Race Bereich teils bis auf 7 Latten steigern.
Momentane Weiterentwicklungen zeigen Tendenzen zu einer geringeren Lattenzahl bei gleichbleibender Performance, was das Segelgewicht natürlich maßgeblich reduziert. So hat Ezzy Sails beispielsweise mit dem Ezzy Panther Elite ein leistungsstarkes 4-Latten- Wave Segel auf den Markt gebracht und ist einer der ersten Hersteller, die sogar ein funktionierendes 3-Latten-Wave Segel bringen. Im Idealfall sind die Lattenenden mit Gummi-Schonern ausgestattet, die Abrieb beim Auf- und Abriggen verringern.

Endobatten Shaping
Die Segelfenster überlappen am Übergang zueinander und bilden damit die Lattentaschen, ohne den Shape des Segel durch asymmetrisch aufgenähte Lattentaschen zu verfälschen. Hierdurch wird unter anderem ein konstanter Zug auf der hinteren Segelhand ermöglicht, unabhängig vom Anstellwinkel des Segels.
Unsere Bewertung:
  • Perfekter unverfälschter Segelshape mit konstantem Zug auf der hinteren Segelhand


Integrierter Trimmblock
Dieses Feature setzt sich bei immer mehr Herstellern durch. Während man früher den durchgeschlauften Trimmhaken einfach in die Öse des Unterlieks einhakte und komfortabel die Vorliektrimmung vornehmen konnte, sind Trimmblöcke mit 3 oder 4 Rollen bei den meisten Segelherstellern heute fest im Segel eingenäht. Nützlich ist das für Surfer, die einen Mastfuß bzw. eine Mastverlängerung mit Loop-Over Funktion besitzen, so dass sie nicht bei jedem Aufriggen des Segels den Tampen neu führen müssen. Windsurfer ohne diese Funktionalität am Mastfuß werden aufrüsten oder mit den Unannehmlichkeiten leben müssen.
Unsere Bewertung:
  • Sehr praktisch für Mastfüße mit Loop-Over bzw. Loop and Go
  • Unpraktisch in Kombination mit herkömmlichen Mastfüßen ohne offene Tampenaufnahme





Pflegetipps

Mit einer guten Pflege kann ein Surfsegel gut und gerne 6-10 Jahre alt werden. Hier ein paar Tipps zum Werterhalt.

UV-Bestrahlung verringern

Viele Windsurf Segel werden nach wie vor zumindest teilweise aus Monofilm gefertigt. Insbesondere dieses Material, aber grundsätzlich auch viele andere Materialien, leiden durch die Einstrahlung mit ultraviolettem Licht (UV). Denn die Weichmacher im Plastik verflüchtigen sich im Sonnenlicht schneller und lassen das Segelmaterial spröde und brüchig werden. Es empfiehlt sich daher, das Segel nach der Surf Session aus der Sonne zu nehmen. Im Idealfall baut man das Surfsegel ab, rollt es ein und verstaut es wieder in der Segeltasche, oder zumindest sollte man das Rigg im Schatten lagern und ggf. abdecken. Es gibt im Handel auch extra Riggbags aus PE-Folie, so dass man sein komplettes Windsurf Rigg im aufgebauten Zustand vor der Sonne schützen kann.

Monofilm nicht knicken

Ein zu fest gezurrter Spanngurt auf dem Autodach kann zu Deformation und nachhaltiger Schädigung des Monofilms führen. Solche Knicke sind dann Sollbruchstellen für einen Riss des Segels. Segel sollten daher nicht einzeln auf dem Autodach transportiert werden, sondern immer in einer Segeltasche zusammen mit weiteren Segeln zusammengepackt. So verteilt sich der Druck des Spanngurts auf alle statt auf nur ein Segel. Segel sollten ebenso immer stramm gewickelt werden. Auch dadurch hat das Segel im zusammengerollten Zustand eine innere Stabilität, die Knicke im Monofilm reduziert. Letzter Tipp gegen Knicke: Das Surfsegel immer mit dem Rücken zum Wind ausrollen, damit der Wind es nicht herumschlagen und damit beschädigen kann.

Salzwasser

Es hält sich noch immer hartnäckig das Gerücht, dass Salzwasser Feuchtigkeit im Segel hält und dadurch die Nähte feucht und geschmeidig bleiben. Meine Erfahrung ist eher, dass dauerhafte Feuchtigkeit die Nähte mehr angreift als trockene. Aus diesem Grund empfehle ich, Windsurfsegel nach dem Gebrauch im Salzwasser abzuspülen und anschließen zu trocknen.

Untergrund beim Auf- und Abriggen

Ein offensichtlicher Pflegetipp, der aber manchmal im Eifer des Gefechts untergeht, wenn es bei gutem Wind mal schnell gehen muss mit dem Aufriggen: Der Aufbau des Riggs auf einem weichen Untergrund wie Rasen schont die Lattenenden, das Vorliek und das Segel-Top. Auf Asphalt, Pflastersteinen oder anderweitig hartem und rauem Boden besteht die Gefahr von Abschürfungen und ggf. bei einer Beschaffenheit mit spitzen oder scharfen Gegenständen von Löchern.

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